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Unsere Väter – Wie Simon und ich mit ihnen erlebt haben...

Aktualisiert: 19. Dez. 2025

Ein persönlicher Blick auf Männlichkeit, Kindheit und den Mut, heute anders zu leben.


Es gibt Gespräche, die so tief sitzen, dass sie noch Stunden später im Körper nachhallen. Genau so ein Gespräch hatte ich mit meinem Freund Simon – einem Kumpel, den ich mein ganzes Leben kenne. Unsere Väter kannten sich. Unsere Omis sind schon gemeinsam auf Kreuzfahrten gefahren und irgendwie haben wir beide ähnliche Spuren davongetragen. Manche Wunden, manche Stärken, manche offenen Fragen. Diese Podcastfolge war deshalb nicht einfach „Content“. Sie war ein Stück gemeinsame Geschichte, das wir mal laut ausgesprochen haben.


1. Unsere Väter – und das, was zwischen den Zeilen stand


Wenn ich mit Simon über unsere Väter spreche, spüre ich sofort ein vertrautes Terrain: Männer, die ihr Bestes gegeben haben – und gleichzeitig an manchen Stellen gefehlt haben. Nicht aus Bosheit. Sondern aus ihrer eigenen Geschichte heraus. Simon erzählt im Podcast von Angst, Druck und gleichzeitig einer riesigen Sehnsucht nach Nähe. Und während er erzählt, merke ich, wie viel ich davon teilweise auch kenne. Diese Momente, in denen man als Junge nur gesehen werden wollte. Berührt. Gehalten. Momente, die unser Nervensystem bis heute kennt, oft ohne dass wir es merken. Wir beide haben früh gelernt, wie unglaublich prägend emotionale Verfügbarkeit ist. Oder eben ihr Fehlen.


2. Kindheit, die verschwimmt – und doch alles bestimmt


Als Simon erzählt, dass er große Teile seiner Kindheit nicht erinnern kann, wundert mich das nicht. Denn ich kenne so viele Männer in meiner Arbeit, bei denen Erinnerungen wie weggeblasen sind. Schutzmechanismen, die wichtig waren, als wir klein waren. Strategien, die heute aber verhindern, dass wir uns vollständig spüren. Simon sagt, er kenne seine eigene Kindheit oft nur aus Erzählungen anderer. Und als er das beschreibt, merke ich, wie viele Männer in diesem Punkt Gemeinsamkeiten haben: Wir tragen Geschichten, die wir nicht erinnern – aber deren Folgen wir jeden Tag fühlen.


3. Vater werden – das größte Geschenk und die größte Konfrontation


Wenn Simon über seine eigenen Kinder spricht, höre ich die Verantwortung, die Angst, das tiefe Wollen. Dieses „Ich will es anders machen… aber wie?“ Ich kenne das gut. Vatersein hat keine Anleitung. Es ist ein krasser Spiegel. Und sie zeigt uns all das, was in uns noch unsicher, unverdaut, fragil ist. Simon spricht - wie ich ihn halt kenne - sehr ehrlich über die Schwierigkeit, emotional präsent zu sein. Über die Angst, nicht genug zu fühlen, nicht genug zu geben, nicht genug zu schützen. Und genau an dieser Stelle merke ich wieder, warum ich diese Arbeit mache: Weil wir Männer genau hier Brüder brauchen. Haltepunkt. Resonanz.


4. Erwartungen, die uns klein machen – und der Mut, sich davon zu lösen


Ein Punkt hat mich besonders bewegt: Simon erzählt, dass er sich oft nie so richtig „gut genug“ für die Vorstellung seines Vaters von Männlichkeit fühlte. Und ich fühle, wie viele Männer damit kämpfen. Dieses ständige innere Flüstern: „Bin ich stark genug? Ruhig genug? Hart genug? Mann genug?“ Unsere Väter hatten Bilder, Rollen, Ideale – oft aus einer komplett anderen Zeit. Und wir haben versucht, in diese Formen reinzuwachsen, selbst wenn sie uns viel zu eng waren. Die Heilung beginnt genau dort, wo Simon seit vielen Jahren dran arbeitet: im Körper, in der Ehrlichkeit, im eigenen Nervensystem, in der Bereitschaft, nicht länger die alte Rolle zu spielen, sondern die eigene zu schreiben.


5. Die Reise zur Selbstakzeptanz


Selbstakzeptanz ist ein langer Weg. Wir müssen lernen, uns selbst zu umarmen. Es ist nicht einfach, aber es ist notwendig. Wir müssen die Stimmen der Vergangenheit hinter uns lassen. Die Stimmen, die uns sagen, dass wir nicht genug sind. Stattdessen sollten wir uns selbst die Erlaubnis geben, zu wachsen. Zu fühlen. Zu sein.


6. Emotionale Verfügbarkeit als Schlüssel


Emotionale Verfügbarkeit ist der Schlüssel zu gesunden Beziehungen. Wenn wir uns selbst nicht fühlen, können wir auch anderen nicht nahe sein. Wir müssen lernen, unsere Emotionen zu erkennen und auszudrücken. Das ist ein Prozess. Ein Prozess, der Zeit braucht. Aber es ist ein Prozess, der sich lohnt.


Fazit: Wir sind geprägt – aber wir sind nicht gefangen


Dieses Gespräch mit Simon hat mir wieder gezeigt, wie tief Vaterschaft wirkt. Wie unsere Kindheit in uns weiterlebt. Wie wir heute als Männer, als Väter, als Partner mit Dingen ringen, die wir als Kinder nicht verstehen konnten. Aber gleichzeitig spüre ich auch: Wir können das Erbe verändern. Wir können die guten Anteile ehren. Die schwierigen transformieren. Und unseren Kindern etwas anderes geben: Präsenz, emotionale Verfügbarkeit, Weichheit, Stärke, Kontakt. Das ist moderne Männlichkeit. Das ist der Weg, den wir heute gehen. Und ich bin dankbar, dass Simon und ich dieses Gespräch geführt haben – als Kumpel, die immer noch lernen, wie man wirklich fühlt. Und wie man liebt.


Die ganze Folge kannst du hier hören:



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