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Leaky Energy – wenn ein Mann seine Energie unbewusst an andere Frauen abgibt


Es gibt diesen Moment, den fast jeder Mann kennt:

Du sitzt mit deiner Partnerin im Restaurant. Eine Frau geht vorbei. Dein Blick folgt ihr – kurz, fast automatisch. Vielleicht merkst du es selbst kaum. Vielleicht merkst du aber auch, wie sich in dir kurz etwas dreht. Eine kleine Aktivierung. Ein winziges Kribbeln.

Und dann ist der Moment vorbei. Oder die andere Frau setzt sich etwas entfernt hin und du willst ständig hinschauen.

Harmlos oder zerstörerisch?


Was da wirklich passiert

Ein guter Freund von mir hat dafür einen Ausdruck, den ich in dem Kontext ziemlich passend fand: "Rumpimmeln".

Nicht vulgär gemeint – sondern ziemlich on point. Dieses ziellose, fast unbewusste Aufmerksamkeits-Wandern. Die Kellnerin, die Frau an der Ampel, der Instagram-Account, der irgendwie immer offen ist. Nicht böse gemeint. Nicht mit Absicht. Aber permanent.

Und genau da liegt das Problem. Oder die Unbewusstheit.

Energie ist nicht abstrakt. Energie ist, wo deine Aufmerksamkeit ist. Wo dein Fokus ist. Wo dein inneres System immer wieder andockt – und sich dabei ein kleines Stück von dir lässt.

Das nennt sich Leaky Energy. Energie, die nicht fließt, sondern tropft. Hier ein bisschen, dort ein bisschen. Überall und nirgends. Ständig verteilend.


Das Tropfen macht dich nicht freier – es erschöpft dich.

Ich hab in meinem Männerkreis das Thema schon mal reingetragen. Was kam dann? Von Scham über Schuld zu viel Unbewusstehit. Es gibt die, die es nicht schlimm finden, und die, die sich schämen und unwohl fühlen

Wie fühlst du dich dabei, wenn Du eine Partnerin hast und "rumpimmelst"

Vielleicht nicht nach dem ersten Blick.

Sondern am Ende eines Tages, an dem du dich hundert Mal kurz wo anders hingelebt hast.

Leaky Energy kann erschöpfen, weil sie kein Fundament hat. Du streust dich aus – und kommst nicht wirklich irgendwo an. Nicht bei dir. Nicht bei deiner Partnerin. Nicht bei dem, was dir wirklich wichtig ist. Das zu beobachten ist sehr interessant.


Warum ein Mann Leaky Energy in der Beziehung zeigt

Ich will das nicht verurteilen. Denn ich kenne das nur zu gut.

Das Interesse an Attraktivität von anderen Menschen ist menschlich. Das Nervensystem reagiert. Das ist biologisch, das ist real.

Aber es gibt einen Unterschied zwischen Wahrnehmen und Andocken.

Wahrnehmen: Eine Frau ist attraktiv. Ich nehme das zur Kenntnis. Ich bin präsent.

Andocken: Mein System bleibt hängen. Ich fantasiere kurz. Ich schaue noch einmal. Ich investiere – Aufmerksamkeit, Gedanken, vielleicht sogar Energie in ein Lächeln oder einen Kommentar.

Das Andocken ist die Frage: Was suche ich da eigentlich?

Bestätigung? Ablenkung? Das Gefühl, dass ich noch "wirke"?

Eine kurze Pause davon, präsent zu sein?

Ein Mann teilte mal - er war Mitte 50, gutaussehend - wie er spüre, dass so langsam die Aufmerksamkeit seines Wesens verloren ginge und ihn das treffe.

Sich selbst zu beobachten, kann viel nach oben holen, womit man arbeiten kann

Leaky Energy ist oft das unsichtbare Muster, das ein Mann in der Beziehung mitbringt, ohne sich bewusst darüber zu sein.


Feminine Cleanse – eine Perspektive, die ich interessant finde

Ich bin über das Konzept des sogenannten Feminine Cleanse gestolpert – und ich will ehrlich sagen: Ich habe das selbst noch nicht vollständig durchdrungen.

Der Kern, soweit ich ihn verstehe: Eine bewusste Phase, in der ein Mann seine Aufmerksamkeit aktiv aus dem femininen Energiefeld zurückzieht.

Kein Anschauen. Kein Flirten. Kein unreflektiertes Andocken an weibliche Präsenz – weder real noch digital. Also natürlich keine Flirts, Sex, Porn, anschauen etc.

Was bleibt dann?

Die Idee dahinter scheint mir zu sein: Wenn du dein System so lange "entziehst", wirst du spüren, wie abhängig deine Stimmung, deine Energie, dein Selbstwertgefühl davon waren, Resonanz von Frauen zu bekommen. Und du lernst, diese Ressourcen in dir selbst zu verankern.

Ob das für jeden der richtige Weg ist – ich weiß es nicht. Aber ich finde die Frage dahinter kraftvoll: Wie viel von deiner Energie lebt eigentlich in dir – und wie viel sucht sie ständig draußen? Es geht also ganz klar um Selbstwahrnehmung.


Was du jetzt tun kannst

Nicht perfekt werden. Darum gehts nicht. Nur ehrlich beobachten.

Einen Tag lang. Wo lässt du Energie? Wo dockt dein System an, ohne dass du es wirklich willst? Was passiert in dir, wenn du es bemerkst – ohne dich dafür zu verurteilen?

Das Beobachten selbst verändert schon etwas.

Und wenn du tiefer gehen willst – in deine Muster, in deine Kraft, in das, was echte Präsenz in einer Beziehung bedeutet – dann ist genau das der Kern der Arbeit, die ich mit Männern mache.


 
 
 

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Christian Suhr — Coach für Männer

Christian Suhr begleitet Männer in Trennung, Beziehungskrisen und der Vaterrolle. Mit Atemarbeit, Gewaltfreier Kommunikation und Kundalini Yoga als ausgebildeter Lehrer — online deutschlandweit, lokal am Bodensee.

Angebote: 1:1 Coaching · The Mindful Man · Mindful Brothers · rooted Brotherhood

Themen: Trennungscoaching für Männer · Beziehungskrise · Coaching für Väter · Männer Community · Persönlichkeitsentwicklung

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